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Vertragsunterzeichnung zur Übernahme von Patenschaften für Ehrengräber

Am Montag, 24. Juli 2017 unterzeichneten Oberbürgermeister (OB) Ralf Poschmann (B.l.) und Helmut Loth, Vorsitzender des Vereins für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V., Patenschaftsverträge zur Pflege von Grabstätten auf dem Sangerhäuser Friedhof.

IMG 3600Konkret geht es um die Pflege der Grabstätten von Reinhold Krieg und Gustav Adolf Spengler, die in Zukunft vom Geschichtsverein übernommen wird. "Ich erhoffe mir mit der Unterzeichnung noch mehr Sangerhäuser dazu zu animieren, Patenschaften für Ehrengräber zu übernehmen. Ich denke die Patenschaftsverträge setzen Signalwerte", so der OB.

Wer waren die Beiden?

Amtsgerichtsrat Reinhold Krieg (24.04.1857 - 28.04.1940)

  • 1857 geboren in Zuchau (Kreis Kalbe)
  • Nach Besuch des Gymnasiums in Seehausen Jurastudium in Freiburg, Leipzig und Halle, dann Referendar in Nordhausen
  • 1890 - 93 Assessor in Ellrich schrieb Beiträge zur Geschichte von Ellrich
  • 1893 - 1903 Amtsrichter in Schlieben, Veröffentlichung Chronik von Schlieben, dafür Ehrenbürger
  • 1903 Versetzung nach Sangerhausen, hier Leitung des Geschichtsvereins von 1906 bis Ende 1930, danach Ehrenmitglied, zahlreiche Berichte und eigene Aufsätze für Vereinshefte, schrieb über: Tanzplätze, Landwehren, Burgen, Klöster, Stiftungen, Kirchen, Sagen
  • Bis 1924 Richter in Sangerhausen
  • 27 Jahre Gemeinde- und Kirchenvorstandsmitglied der Evangelischen Kirchengemeinde St. Jacobi
  • 1927 Verleihung der Ehrenbürgerschaft von Sangerhausen. · 1931 lebte er in Braunlage; Bearbeitung und Herausgabe der Chronik
  • Von 1933 - 1939 wohnte er in Minden
  • 1949 in Köthen gestorben

Gustav Adolf Spengler (19.09.1869 - 02.09.1961)

  • Als einziges Kind des Tischlermeisters Gustav Adolf Spengler und dessen Ehefrau Pauline in Sangerhausen geboren
  • 1873 kauft der Vater das Grundstück Hospitalstraße 56
  • 1876 wegen Krankheit erst eingeschult, bereits als neunjähriger Junge reges Interesse für Ausgrabungen beim Bahnbau gezeigt, Sammlung von Steinen, Pflanzen, Käfern, Schmetterlingen ...
  • Mit 12 Jahren erste Ausstopfungen von Vögeln und Kleintieren
  • Nach der Schule Tischlerlehre, mit 17 Jahren Gesellenprüfung, mit 24 Jahren Meisterprüfung
  • Mit 16 Jahren den festen Entschluss gefasst, "eine große und vollständige Sammlung aus der engen Heimat, Vorgeschichte, Geologie, Fauna und Flora zusammen zu bringen"
  • 1894 Hochzeit mit Frau Emma, von vier Kindern überleben drei
  • Ständiges umfangreiches Vervollständigen der Sammlungen
  • 1911/1912 öffentliche Resonanz durch Schulklassen, bis 1917 Teilausstellung in den Räumen des Vereins für Geschichte und Naturwissenschaft von Sangerhausen und Umgegend e.V.
  • Nach und nach wird das ganze Anwesen Hospitalstraße 56 zum Aufstellen und Ausstellen der Exponate genutzt
  • 1931/1932 Ausgrabung eines fast vollständig erhaltenen Altmammut-Skeletts bei Edersleben
  • 1937 Verkauf der gesamten Sammlung an die Stadt Sangerhausen, Spengler sammelt dennoch fleißig weiter
  • 14.08.1949 an seinem 80sten Geburtstag, wird G.A. Spengler Ehrenbürger von Sangerhausen
  • 1952 erfolgt die Einweihung des neugebauten Spengler-Museums, der 83jährige Spengler nahm an der Einweihungsfeier teil, sein Sohn Adolf Spengler übernahm die Museumsleitung bis 1956

Bereits im Jahr 2016 konnte der Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. dank der Unterstützung des Enkels von Reinhold Krieg, Herrn Volker Krieg aus Kaarst, das Aufstellen eines Schaukastens auf dem Sangerhäuser Friedhof mit einem Lageplan von besonderen Grab- und Gedenkstätten durchführen. Ergänzend dazu wurden noch Informationsflyer gedruckt, in dem nähere Angaben dazu enthalten sind. Die Stadt Sangerhausen hat insgesamt 13 Ehrengräber, die an bedeutende Persönlichkeiten erinnern.

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