Aktuelles

Industrie- und Handelskammer stellt Handelsatlas 2017 vor

Die Händler stehen auch im Landkreis Mansfeld-Südharz unter Druck. Das belegt der neue „Handelsatlas“, den die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) jetzt vorgestellt hat. Die Verkaufsflächen im gesamten Kreisgebiet sind in den zurückliegenden fünf Jahren mit -6,4 Prozent stärker zurückgegangen als im IHK-Durchschnitt (-3,3 Prozent). Die Fläche der Fachgeschäfte – insbesondere in den Stadtzentren – nahm im selben Zeitraum um 17,7 Prozent ab. Insgesamt kann jeder Einwohner im Kreis heute umgerechnet auf 1,46 Quadratmetern Handelsfläche einkaufen. Dieser Wert liegt genau im Bundesdurchschnitt (1,46) aber unter dem im gesamten IHK-Bezirk (1,67).

„Die Lage des stationären Einzelhandels im Landkreis Mansfeld-Südharz bleibt angespannt“, bewertet Frank Lehmann, IHK-Geschäftsstellenleiter in Sangerhausen, die Ergebnisse. Zwar würden die Verkaufsflächen an dezentralen Standorten im Landkreis insgesamt deutlicher zurückgehen als in den Innenstadtlagen. Hier sei in manchen Zentren sogar ein leichter Zuwachs zu verzeichnen. „Was uns jedoch alarmiert: Die inhabergeführten Fachgeschäfte – die oft das Gesicht einer Stadtmitte ausmachen – profitieren davon offenkundig nicht.“ Im Gegenteil, die Verkaufsfläche der Fachgeschäfte sei wie auch im gesamten IHK-Bezirk geschrumpft, erklärte Lehmann. 

Der Handelsatlas, den die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH Dresden im Auftrag der IHK erarbeitet hat, zeigt eine weitere Besonderheit im Landkreis auf: verglichen mit der letzten Erhebung nahm die Pro-Kopf-Kaufkraft nominal um rund 3,3 Prozent auf 4.680 Euro zu, liegt aber mit einer Differenz von knapp 19 Prozent sehr deutlich unterhalb des Kaufkraftniveaus in Deutschland (5.570 Euro).Um den negativen Entwicklungen im Landkreis Mansfeld-Südharz entgegenzuwirken und den stationären Einzelhandel sowie die zentralen Versorgungsbereiche zu stärken, appelliert die IHK an alle Verantwortlichen in Kommunen, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus: „Wir brauchen vernetzte Konzepte und gemeinsame Anstrengungen“, stellt IHK-Geschäftsführerin Antje Bauer fest. Konkret gelte es, landesplanerische Festlegungen konsequent anzuwenden sowie Einzelhandelskonzepte umzusetzen, baurechtlich abzusichern und in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren. „Unsere Städte müssen die Mindestanforderungen erfüllen: gute Erreichbarkeit, Ordnung, Sicherheit, Sauberkeit, abgestimmte Öffnungszeiten und eine einheitliche Vermarktung.“ Außerdem seien Investitionen in eine altersgerechte und kundenorientierte Infrastruktur mit barrierefreien Zugängen und kostenfreiem W-LAN ebenso erforderlich wie neue Service- und Erlebniskonzepte, so Bauer.

Der mittlerweile sechste IHK-Handelsatlas enthält über 9.000 branchenbezogene Datensätze mit 140.000 Einzelangaben und soll Einzelhändlern, Investoren und Kommunen qualifizierte Entscheidungshilfen bei handelsrelevanten Fragen liefern. Der Handelsatlas kann als USB-Stick zum Preis von 25 Euro bei der IHK unter der Telefonnummer 

0345 2126-267 und im Internet unter www.halle.ihk.de(Dokumentennummer: 3763268) bestellt werden. Für IHK-Mitglieder ist der Atlas kostenfrei.