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GRF-Stiftung begeht im Europa-Rosarium Sangerhausen „Tag der Stiftungen“

Stiftungsvorsitzender zieht Bilanz

Eigentlich ist der erste Oktober „Tag der Stiftungen“. Die Mitglieder der Stiftung Europa-Rosarium, kurz GRF-Stiftung, trafen sich am Freitag, 20. Oktober 2017, anlässlich dieses Tages und um Bilanz für die Arbeit rund um den Rosengarten zu ziehen. 

Die Veranstaltung startete mit einem Rundgang durch das Rosarium, denn die Aktivitäten der GRF-Stiftung sollten direkt am Ort des Geschehens deutlich gemacht werden. Stiftungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwohl. Am Tag der Stiftungen sollen durch Informationsveranstaltungen mehr Menschen über das gemeinnützige Wirken informiert und für das Stiften begeistert werden. Über 21.000 Stiftungen engagieren sich in Deutschland – für soziale Anliegen, Bildung, Kultur, Umwelt, Sport, Wissenschaft, Kunst und viele weitere wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Dabei werden über 4 Mrd. Euro jährlich für das Gemeinwohl eingesetzt.
Zweifelsohne wird aber das Stiften anspruchsvoller und schwieriger. Denn das gestiftete Vermögen darf nicht für den Stiftungszweck ausgegeben werden. Erträge aus der Vermögensanlage sind eine elementare Einnahmequelle für den Stiftungsbetrieb.

Die GRF-Stiftung EUROPA-ROSARIUM SANGERHAUSEN der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V. fördert seit ihrer Gründung im Jahre 1994 eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten im Sangerhäuser Rosarium. „Unsere Stiftung leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherung und Erhaltung, aber auch für die weitere Entwicklung und den zielgerichteten Ausbau des Europa-Rosariums. Besonders in Zeiten, wo der finanzielle Handlungsspielraum der Kommunen eingeschränkt ist, kann nur durch das Wirken von Förderern wie die GRF-Stiftung gemeinsam mit dem Förderverein „Freunde des Rosariums e.V „ diese wertvolle und einzigartige botanische Sammlung für kommende Generation erhalten werden“, so Hans-Joachim Schreiber, Stiftungsvorsitzender (B.o.m.). 

„Das Rosarium in Sangerhausen hatte im Juli 2017 seinen 114. Geburtstag und zeigt sich für die Besucher in einem tadellos gepflegten Zustand. Es steckt sehr viel Arbeit darin, das Sortiment so zu erhalten und den Rosengarten auch bei personellen und finanziellen Schwierigkeiten auf diesen Top-Pflegezustand zu bringen.
Dafür möchte ich Herrn Thomas Hawel, Leiter des Europa-Rosariums,  und seinem Team der Gärtner ein großes Dankeschön und Lob aussprechen“, so Hans-Joachim Schreiber in seinen Ausführungen während eines Pressegespräches. 

Die GRF-Stiftung hat seit mehr als 20 Jahren die Arbeit nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch jährlich einen großen Anteil an der wissenschaftlichen Arbeit, an Forschungsprojekten und Publikationen.  

Beispielgebend für das Engagement: U. a. 2001 die Renovierung des historischen Rosenpavillons sowie 2003 die Schaffung des Jubiläumsgartens aus Anlass des 100jährigen Bestehens. Bei den Forschungsprojekten ging es u.a. um:

  • die Bestimmung und molekulare Bearbeitung der Sorten von Rosa alba,
  • die Errichtung des Genbanknetzwerkes für die Rose,
  • das Forschungsvorhaben Bodenmüdigkeit bei Rosen und
  • die Frosthärteprüfung der Rosen,

um nur einige Beispiele zu nennen.
Seit 2008 wurde der Aufbau der Neuen Deutschen Rosenbibliothek vorangetrieben, denn die historische Rosenbibliothek ging leider 1945 als Reparationsleistung nach Russland und war damit verloren. Durch das Engagement der Rosenfreunde und vielen Spendern, fand die Neue Deutsche Rosenbibliothek wieder ihren Platz im Sangerhäuser Rosarium. Eine Vielzahl historischer Bücher konnte erworben werden und viele Neuerscheinungen den Bestand bereichern. Inzwischen hat die Rosenbibliothek einen Bestand von 8.735 Büchern, Zeitschriften und Katalogen. Ganz im Sinne der GRF-Stiftung ERS wird damit die Förderung der Rosenkunde auf wissenschaftlicher Grundlage gewährleistet.
Im vergangenen Jahr 2016 stellt der Haushalt der Stiftung einen Betrag von über 75.000 Euro für Projekte im Europa-Rosarium zur Verfügung. Das wichtigste Projekt war dabei die Umstellung der Software und die Fertigstellung der neuen Datenbank. Damit wird auch weiterhin die Erfassung und Datenverwaltung der Rosensammlung gewährleistet und der Stiftungszweck erfüllt, den Bestand an Arten und Sorten zu erhalten, zu mehren und nutzbar zu machen. 

Das Sangerhäuser Rosarium ist ein Museum für Rosen als Kulturgut und Genbank und es ist die bedeutendste Sammlung historischer Rosen weltweit. Das Wissen über historische Rosen wird vor allem in der Sangerhäuser Rosenschule, die regelmäßig im Grünen Klassenzimmer stattfindet, an interessierte Rosenfreunde vermittelt. Vielen Dank vor allem an das Engagement von Frau Eillike Vemmer und Frau Hella Brumme, die seit Jahren mit viel Energie, Zeitaufwand diese Veranstaltungen ermöglichen. 

Im Mai und Juli des vorigen Jahres erfolgten im EUROPA-ROSARIUM SANGERHAUSEN als Auftrag der GRF-Stiftung an die Humboldt-Universität Berlin, Fachgebiet Phytomedizin Virusuntersuchungen an Rosen. Die Kosten dafür übernahm die GRF-Stiftung sowie die Matthias-Tantau Stiftung.

Jährlich in der Nachsaison werden im Rosarium Sangerhausen Maßnahmen zum Bodenaustausch durchgeführt, um der Bodenmüdigkeit der Rosen zu begegnen. Auch hier übernimmt die Stiftung Kosten für Gerätemiete und neuen Mutterboden. Gleichzeitig erfolgen Neupflanzungen von Rosen. 

„Auch künftig wird die GRF-Stiftung das EUROPA-ROSARIUM SANGERHAUSEN bei notwendigen Maßnahmen und Projekten unterstützten. Eine wichtige Grundlage für dieses Wirken ist die Spendenbereitschaft all derer, denen das Rosarium in Sangerhausen am Herzen liegt. Dass es immer mehr Menschen werden, die für das Rosarium hier in Sangerhausen etwas übrig haben, dafür möchte ich gern werben. Helfen Sie mit, dass dieses einzigartige Rosenmuseum erhalten bleibt", so der Stiftungsvorsitzende.