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Oberbürgermeister bedankt sich mit Auszeichnungen

Ehre, wem Ehre gebührt... 

Am Freitag, 24. November 2017, fand im Neuen Rathaus auf Einladung des Oberbürgermeisters die Festveranstaltung zum "Tag des Ehrenamtes" statt. Die Stadt ehrte damit zum 10. Mal in Folge die Arbeit der vielen ehrenamtlich Engagierten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Mit dieser feierlichen Veranstaltung wurden  fünf Frauen und Männer für ihre außerordentliche ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet.

Ein Blick in die Geschichte unserer Stadt und ihrer Vereine zeigt, dass Vereinsgeschichte und Stadtgeschichte über weite Strecken hinweg miteinander verzahnt sind. Blättert man in der Chronik unserer Stadt, dann wird deutlich, wie stark in der Vergangenheit das Leben in unserem Gemeindewesen von den Vereinen beeinflusst wurde. Persönlichkeiten, die dem Vereinsgeschehen Impulse gegeben haben, sind häufig auch aktiv für die Belange der Stadt eingetreten. Sie waren bereit, Verantwortung zu übernehmen und haben diese Aufgabe mit Tatkraft in den Vereinen und häufig auch gleichzeitig in den kommunalen Gremien wahrgenommen. Auf diese Weise hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine Vereinslandschaft entwickelt, die den unterschiedlichsten Bedürfnissen nach Freizeitbetätigung gerecht werden kann.Vereinsmitglied zu sein, bedeutet allerdings nicht nur, den unterschiedlichsten Betätigungen nachzugehen. Ein Verein bleibt nur dann lebendig, wenn sich seine Mitglieder für das Vereinsgeschehen engagieren. Das bedeutet die Übernahme von Verantwortung und die Erfüllung vielfältiger Aufgaben. So sind die Vereine auch die Grundlage der gemeindlichen Demokratie. Gerade Jugendliche können auf diese Weise erfahren, dass es sich lohnt, sich für eine gemeinsame Sache einzusetzen. Wichtig ist allerdings, dass sie in ihren Anschauungen ernst genommen werden und sie auch Möglichkeit erhalten, ihre Vorstellungen umzusetzen. Ein großer Teil des kulturellen, sportlichen und geselligen Lebens in Sangerhausen spielt sich im Vereinsgeschehen ab. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass durch das Engagement der Vereine Kultur und Sport zu einem Aushängeschild unseres Gemeinwesens geworden sind. Aber Vereine sind nicht nur zur Freizeitbetätigung da. Vereine können auch Schutz bieten, Vereine können auch Hilfe zur Selbsthilfe geben. Als Selbsthilfeorganisationen füllen die Vereine den Raum aus, der von der öffentlichen Hand nicht abgedeckt werden kann. Den Vereinen gelingt es, mehr als dies der öffentlichen Hand je möglich wäre, Kräfte zu mobilisieren.

"Die Probleme, mit denen sich Vereine auseinander setzen müssen, sehe ich allerdings nicht nur in finanzieller Hinsicht. Aufgrund des demografischen Wandels haben Vereine oftmals Nachwuchsprobleme. Andererseits steht jedoch fest, dass die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement gerade bei Jugendlichen vorhanden ist. Engagierte Jugendliche möchten mit gestalten und eigene Vorstellungen umsetzen. Dafür müssen Vereine Raum schaffen, wenn sie den Kontakt zu jungen Generationen nicht verlieren möchten. Viele Vereine wirken längst über ihren eigenen Bereich hinaus. Ihr Blick bleibt nicht auf die innere Organisationsstruktur beschränkt. Sie wirken damit auf das öffentliche Leben in unserer Stadt ein. Durch ihre Mitwirkung bei vielen wichtigen Veranstaltungen und Jubiläen werden alle Mitbürgerinnen und Mitbürger angesprochen. Aber auch in unserem Alltag sind es häufig die Vereine, die zum Wohle der Allgemeinheit tätig werden. Feuerwehren und Rotes Kreuz haben sich der Sicherheit ihrer Mitmenschen verschrieben. Feuerschutz, Unfallverhütung, Beseitigung von Unfallfolgen, Blutspendedienst könnten mit öffentlichen Mitteln nicht finanziert werden. Hier erfüllen Vereine eine enorm wichtige Aufgabe und haben eine unverzichtbare Funktion.

Nach meiner Überzeugung lebt eine Kommune in und von ihren Vereinen. Letztlich wäre Vereinsarbeit nicht möglich ohne Männer und Frauen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich auch der kritischen Beurteilung ihrer Mitbürger zu stellen. Wie sicherlich jeder von Ihnen auch schon erfahren musste, ist das Wirken in der Öffentlichkeit nicht nur mit Freude und Anerkennung verbunden. Nicht zuletzt der Freizeitverzicht, den das ehrenamtliche Engagement mit sich bringt. Deshalb gilt mein besonders herzlicher Dank den Ehrenamtlichen", so der OB in seiner Begrüßungsrede.  

Peter Nolte, Vereinsvorsitzender Fitness und Athletenclub Sangerhausen e.V. , konnte an dem Termin nicht teilnehmen, um für seine Verdienste im sportlichen Bereich ausgezeichnet zu werden. Er begleitete Sportler der Stadt wie so oft zu einem Wettkampf. Die Auszeichnung von Peter Nolte wird in einem feierlichen Rahmen im Dezember nachgeholt. Ebenso musste auch Herr Robert Schiller den Termin absagen. Herr Schiller engagiert sich seit Jahren sehr stark für die dörfliche Gemeinschaft in Wettelrode. Er ist langjähriges Mitglied der Feuerwehr, des Burschenvereins, der Jagdgesellschaft und hilft bei Arbeitseinsätzen, Sturmschäden, Vorbereitung von Festen über das eigentliche Maß hinaus. Auch seine Ehrung wird im Dezember nachgeholt

"Die Stadt Sangerhausen befindet sich in der vorläufigen Haushaltsführung und darf in dieser Zeit Ausgaben für freiwillige Aufgaben, die abdingbar und nicht zwingend notwendig sind, nicht tätigen. Daher waren die Sparkasse Mansfeld-Südharz und die Sangerhäuser Wohnungsgesellschaft so freundlich und haben die Festveranstaltung zu 100 Prozent gesponsert. Dafür möchte ich beiden Institutionen meinen Dank aussprechen", so Sven Strauß.  

Geehrt wurden:

Christine Schmiedl - Laudatorin Dr. Angelika Klein, Landräten Landkreis Mansfeld-Südharz

IMG 4167In Ihrem Handeln folgt Frau Schmiedl ihrem Vorbild „Jutta von Sangerhausen“ , sie arbeitet ehrenamtlich aktiv im gleichnamigen Arbeitskreis und sie setzt sich gemeinsam mit weiteren Akteurinnen und Akteuren beharrlich für die Würdigung des Wirkens der "Jutta von Sangerhausen" ein.

Frau Schmiedl ist ein unermüdliches Mitglied im Arbeitskreis "Jutta von Sangerhausen“, wobei es oft ja nicht einfach war, den Ansprüchen der verschiedensten Interessenvertreter gerecht zu werden.

Doch heute ist der Name „Jutta von Sangerhausen“ vielen Bürgerinnen und Bürgern wieder bekannt, eine Rose und sogar ein Platz tragen ihren Namen. Frau Schmiedl beherbergt privat Gäste aus dem polnischen Chelmza, der Stadt, in welcher diese Jutta wesentliche Lebensjahre verbrachte und heute noch hohe Würdigung erfährt. Aber auch Menschen ohne Geld, Obdach oder menschliche Zuwendung werden von ihr ganz selbstlos aufgenommen und in ein neues Leben begleitet. Mancher Gast fand bei ihr nicht nur ein Zimmer, sondern ein zu Hause auf Zeit, Geduld, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Im Rund-um-Service konnten so beispielsweise auch die Regelung der Ausbildungsmodalitäten, eine Begleitung zur Agentur für Arbeit oder zum Sozialamt sein.

Monika Stollberg - Laudatorin Kristin Keßler, Koordinatorin Hospizinitiative Sangerhausen

IMG 4175Die Hospizbewegung entstand durch das Engagement und den Einsatz zahlreicher Bürger in der Gesellschaft. Und auch heute ist das ehrenamtliche Engagement in der Hospiz- und Palliativarbeit unersetzbar. Diese Menschen unterstützen still und leise. Aber ihre menschliche Hilfe ist umso wichtiger denn je. Kinder wohnen weit weg. Menschen sterben einsam. In den Städten kennt man oft die Nachbarn nicht. Umso wichtiger, dass man in diesen Stunden nicht allein sein muss und Unterstützung bekommt.

Eine dieser „guten Seelen“ ist Monika Stollberg.

Menschen zu helfen - das wurde wahrscheinlich Frau Stollberg in die Wiege gelegt, denn auch ihre zurückliegende berufliche Laufbahn war hiervon maßgeblich geprägt.Sie wusste schon während ihrer beruflichen Tätigkeit im Kreiskrankenhaus Sangerhausen (heute Helios-Klinik), wie wichtig neben pflegerischen Tätigkeiten am Patienten, Zuwendung und Trost für die Patienten, aber auch für die Angehörigen sind. Ehrenamtliche Bürozeiten für Hilfesuchende sichert sie ab, sie begleitet Sterbende und deren Angehörige in den schwersten Stunden ihres Lebens in Krankenhäusern, Pflegeheimen und im Wohnumfeld. Viel menschliche Wärme und ganz viel persönliche Stärke fordert dieses Amt den ehrenamtlichen Helfern ab.

Renate Endrejat - Laudator Andreas Skrypek, Vorsitzender des Stadtrates der Stadt Sangerhausen

IMG 4168Eine beherzte Seniorin, die man nicht lange um Hilfen bitten muss, wenn Unterstützung notwendig ist - das ist Frau Endrejat. Sie hat oft ein ausfüllendes Programm in ihrer Tages- oder Wochenplanung, welches wohl nach dem Lebensmotto „nicht ob ich das schaffe, sondern wie ich es schaffe“ absolviert wird. Frau Endrejat entwickelte ein wahres Multitalent über die vielen Jahre ihrer Ehrenamtsaktivitäten in der Evangelischen Kirchgemeinde in Sangerhausen. Viele Veranstaltungen in ihrer Kirchgemeinde organisierte sie für das Gemeinwohl der Stadt Sangerhausen. Viele wichtige Termine bereitete sie mit Engagement vor und half auch bei der Durchführung. Oft von größter Bedeutung für den Erfolg einer Veranstaltung ist das leibliche Wohl. Dafür sorgte Frau Endrejat oft im Hintergrund. Sie ist sehr zuverlässig bei der Erfüllung, der ihr angetragenen Aufgaben. Man kann sich auf sie verlassen.

Zwischendurch ist Frau Endrejat aber auch noch immer dienstags als ehrenamtliche Sonnenblumenhelferin im Dienste ihrer Nächsten unterwegs. Diesen Dienst erbringt sie schon seit dem Jahr 2010 in der Helios-Klinik Sangerhausen. Die Patienten der Klinik warten dankbar auf die netten Besuche, die ein wenig Kurzweil, Unterhaltung und auch Hilfe bei kleinen Verrichtungen bedeuten. Für einige Patienten ist es manchmal der einzige Besuch, den sie während ihres Krankenhausaufenthalts erfahren.

Ulrich Mannheim - Laudator Helmut Qual, Ehrenamtlicher Botschafter für Kultur und Tourismus des Landes Sachsen-Anhalt

IMG 4171Das Vereinsgeschehen ist Ausdruck dieses Gemeinschaftssinnes. Die Vereine als bürgerschaftliche Einrichtungen erster Güte sind es, die vielfältige Betätigungsmöglichkeiten für jeden Einzelnen eröffnen. Sie geben Gestaltungsspielräume für Fähigkeiten und besondere Begabungen, bieten Gelegenheiten, Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und einen Beitrag zum demokratischen und gleichermaßen sozialen Verhalten zu leisten. All dies gilt auch für den Reit- und Fahrverein Sangerhausen e.V., dessen Vorsitzender seit vielen Jahren Ulrich Mannheim ist.

In seiner Freizeit kam er über den modernen Fünfkampf schließlich zum Reiten, welches bis heute seine Leidenschaft weckt. Ulrich Mannheim ist seit vielen Jahren Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Sangerhausen und Umgebung e.V. Der Verein hat derzeit ca. 100 Mitglieder und gründete sich bereits 1970 als Sektion Pferdesport. Nach der Wende wurde der Verein 1990 ein gemeinnütziger Verein. Ein großer Verdienst des Vereins war der Aufbau des heutigen Reitstadions durch Vereinsmitglieder in tausenden Arbeitsstunden. Immer mit dabei: Ulrich Mannheim. Der Turnierplatz lag zuerst neben dem Ausflugslokal “Walkmühle”. 1996/97 erfolgte der Umbau des Waldbades zum Reitstadion. Dadurch konnte seit 1974, und zwar ohne Unterbrechung, das alljährliche Pfingstturnier stattfinden. Dieses traditionelle Turnier lockt Pferdefreunde aus Nah und Fern nach Sangerhausen. Langjähriger Cheforganisator dieses sportlichen Ereignisses in Sangerhausen ist Ulrich Mannheim.

Das Pfingstturnier ist in Sangerhausen nicht mehr wegzudenken und zu einer beachtlichen Größe herangewachsen. Es finden im Rahmen des Turniers Springprüfungen, Dressurprüfungen, Hindernisfahrten und ein Showprogramm statt. Jährlich kommen etwa 1000 Zuschauer, Mitglieder von 30 Vereinen, über 200 Aktive mit über 400 Pferden zu diesem Event in unsere Stadt.

Maik Gorgas - Laudator: Thomas Klaube, Stadtwehrleiter

IMG 4165Sich dem Zwang hingeben, zu jeder Tag- und Nachtzeit auf dem Sprung zu sein, bei jedem Alarm an das Schlimmste zu denken, die Familie in Sicherheit wägen, sich selbst in höchste Gefahr zu begeben und zu hoffen dass man 1. wieder heil raus kommt und 2. nie in die Situation des anderen gerät. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr müssen immer da sein, zur Verfügung stehen, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag - immer im Einsatz.  

Maik Gorgas ist seit drei Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Morungen. Von Anfang an engagierte sich Herr Gorgas sehr aktiv - sowohl in der Feuerwehr als auch seit über 12 Jahren für viele andere Belange des Ortes. Er beteiligte sich an zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr und hilft anderen selbstlos. 
Er besuchte Schulungen zu den Themen „Atemschutz“ und „Sprechfunk“ und wurde als Truppführer ausgebildet. Im Jahr 2018 wird er seine Ausbildung zum Gruppenführer beginnen. Er ist seit diesem Jahr Vorsitzender des Feuerwehrvereines Morungen e.V. und organisierte erstmalig mit Erfolg den „Tag der offenen Tür der Feuerwehr in Morungen“.

Weiterhin übernahm er eine aktive Rolle bei der Sofort-Hilfe im Rahmen des Sturmes in Morungen am 18.08.2017. Er unterstützte und half, er organisierte die Aufräumarbeiten im Ort, um die Schäden des Sturmes zu beseitigen. Aufgrund dieses außerordentlichen Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr und für seine Ortschaft Morungen wird Maik Gorgas heute geehrt.

IMG 4181Auf einen Blick - v.l.1.Reihe: Rosenprinzessin Julia I., Kristin Keßler, Monika Stollberg, Renate Endreja, Dr. Angelika Klein, Andreas Skrypek.v.l.hintere Reihe: OB Sven Strauß, Thomas Klaube, Maik Gorgas, Ulrich Mannheim, Helmut Qual, Christine Schmiedl

IMG 4178Sie wurde zwar nicht ausgezeichnet, bekam von Oberbürgermeister Sven Strauß aber ein besonderes Dankeschön. Henriette Kotzur (B.r.) gab dem festlichen Rahmen das Pünktchen auf dem "i". Auf ihrem Piano begleitete sie, laut dem OB mit ganz großem Kino, die feierliche Veranstaltung.