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Wenn die Motivation stimmt, ist das Alter unwichtig

Das Potential an Erwerbspersonen altert und wird künftig abnehmen. Dagegen steigt der Fachkräftebedarf in den Unternehmen weiter an.
„In unserem Landkreis Mansfeld-Südharz leben bekanntlich besonders viele ältere Menschen. Das zeigt sich auch in der Struktur der Beschäftigten in den Betrieben: Ältere Arbeitnehmer über 50 Jahre werden so lange wie möglich als Fachkräfte gehalten.

Aus der Arbeitslosigkeit wieder herauszukommen, ist aber bei dieser Altersgruppe besonders schwer“, schätzt die Agenturleiterin Martina Scherer ein.
Mitte Juni 2018 waren im Landkreis Mansfeld-Südharz 2.886 Menschen arbeitslos, die das 50. Lebensjahr bereits überschritten haben (Arbeitsagentur: 974, Jobcenter: 1.912). Insgesamt 867 Personen waren sogar 60 Jahre und älter (22 mehr als im Juni 2017). Und dieser Anteil an den älteren Arbeitslosen steigt seit Jahren an. Je mehr Zeit man in Arbeitslosigkeit verbringt, desto schwieriger ist es, eine neue Beschäftigung zu finden.
Ein Grund, mal genauer zu betrachten, welche Gründe eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt besonders erschweren. Die Arbeitsvermittler/innen der Arbeitsagentur Sangerhausen, einschließlich der Geschäftsstellen Lutherstadt Eisleben und Hettstedt, sehen als vorrangige Gründe an:
gesundheitliche Einschränkungen,
geringe/veraltete EDV Kenntnisse
aber auch Vorbehalte jeglicher Art gegenüber Älteren bei Unternehmen.
Ein Teil der älteren Arbeitslosen ist nur begrenzt mobil oder
durch familiäre Verpflichtungen, z.B. die Pflege von Angehörigen, eingeschränkt.
Alles in allem sicher keine günstigen Voraussetzungen. Liegen mehrere dieser sogenannten Vermittlungshemmnisse vor, ist die berufliche Wiedereingliederung besonders schwer.
Dennoch zeigt die Umfrage bei den Arbeitsvermittler/innen, dass gerade eine intensive Betreuung auch Erfolge vorweist, zumal das Renteneintrittsalter weiter steigen wird.
Im Jahr 2017 haben in der Agentur für Arbeit Sangerhausen 961 ältere Arbeitslose eine Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt aufgenommen (34 mehr als im Jahr 2016).
So auch bei der Abellio GmbH in Sangerhausen. Im Juni dieses Jahres konnten im Unternehmen zwei ältere Arbeitslose über 50 aus der Lutherstadt Eisleben und Blankenheim eine Beschäftigung aufnehmen. Nach einer durch die Agentur für Arbeit geförderten Weiterbildung als Kundenbetreuer im Zugbegleitdienst bzw. als Lokführer sind sie froh, dass der Sprung aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung geglückt ist.
Matthias Neumann von der Abellio GmbH sagt dazu:
„Wir setzen auf Erfahrung, vornehmlich im Servicebereich. Wenn die Motivation stimmt, seinen Job ordentlich zu machen, ist das Alter unwichtig. Und die Lebenserfahrung der älteren Arbeitnehmer ist bei gemischten Teams nicht zu unterschätzen.
Zudem identifizieren sich ältere Mitarbeiter nach unserer Erfahrung oftmals eher mit Schicht- und Wochenendarbeit als jüngere.“ 
 
 
 
 

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