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Neujahrsempfang in unserer Partnerstadt Baunatal

Oberbürgermeister Sven Strauß hält Festrede

Mit ihrem Neujahrsempfang am Samstag, 18. Januar, hat Silke Engler, Bürgermeisterin unserer Partnerstadt Baunatal (Hessen),  das Motto: "Zusammenhalt gemeinsam leben" zum Programm für das Jahr 2020 gemacht.

„Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“ diesen Satz von Willy Brandt aus dem November 1989 kennt wohl jeder. Und heute 30 Jahre später stehen wir vor der Aufgabe, das Zusammengewachsene zusammen zu halten. Deshalb hat sich die Stadt Baunatal für das Thema „Zusammenhalt gemeinsam leben“ als Titel des diesjährigen Neujahrsempfangs entschieden, zu dem wir Sie alle sehr herzlich begrüßen", mit diesen Worten wendete sich die gebürtige Rostockerin an die 600 Gäste, die der Einladung in die Stadthalle Baunatal gefolgt sind. „Zusammenhalt gemeinsam leben“ - dies wird seit 30 Jahren im wiedervereinigten Deutschland an vielen großen und kleinen Geschehnissen deutlich. Fast zeitgleich mit der Wiedervereinigung hat Baunatal die Städtepartnerschaft mit Sangerhausen begründet und diese ist mittlerweile zu einer echten Freundschaft nicht nur der beiden Kommunen, sondern vieler Menschen geworden". Geladen waren Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen. In ihrer Rede ging es u. a. um die wirtschaftliche Entwicklung der VW-Stadt, um das Thema Digitalisierung, Bildung, Wohnen und Leben, also querbeet durch alle Bereiche einer Stadt. Silke Engler verwies in ihrer Rede eindringlich darauf, dass alle Demokraten jeden Tag dafür einzustehen sollten, dass es keinen Millimeter für Hass und Hetze gibt. "Wir lassen uns nicht von Rechtsextremen und Rechtsterroristen unser nordhessisches Zuhause kaputt machen". Hintergrund war die Ermordung des Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke im letzten Jahr.

Eine besondere Ehre kam an diesem Samstag Oberbürgermeister Sven Strauß zu, denn er hielt die Festrede. Mit einer persönlichen Geschichte zur Wende und zu seiner ersten Reise in den Westen als 15-jähriger, stellte er die Deutsche Einheit mit kritischen Fragen, wie, "Ist die Deutsche Einheit nach 30 Jahren tatsächlich vollendet?", auf den Prüfstand. "Noch immer ist die Arbeitslosigkeit im Osten höher, doch viele junge Menschen, die vor einigen Jahren Arbeit in den alten Bundesländern gesucht haben, kehren mittlerweile zurück. Und berufstätige Mütter sind in den neuen Bundesländern häufiger anzutreffen. Hier sind es die alten Bundesländer, die beim Ausbau der Kinderbetreuung langsam, aber stetig aufholen". Die deutsche Einheit ist in der Bilanz ihrer ersten dreißig Jahre trotz aller Schwierigkeiten eine Erfolgsgeschichte. Diese Einschätzung teilt die große Mehrheit der Bevölkerung. Tatsächlich zeigen auch viele Fakten eine langfristige Tendenz zur Angleichung der Lebensqualität, der politischen Einstellungen und der Sozialkultur in beiden Teilen unseres Landes. Noch ist die Einheit, die Geschichte der Wende nicht komplett vollendet. Diese Geschichte muss weitererzählt werden - einerseits. Andererseits braucht es Mut und politischen Willen, über die Probleme der Wendezeit zu reden. Es wäre schade, dieses Kapitel der Geschichte denen zu überlassen, die es zuallererst für den politischen Machtkampf instrumentalisieren wollen. Ost und West dürfen sich nie wieder auseinander dividieren lassen! "Übrigens, ich weiß noch, was ich mir von meinem ersten Westgeld – dem Begrüßungsgeld - in Osterode am Harz auf meiner ersten Reise in den Westen gekauft habe. Es war ein Philipps Kassettenrekorder mit Doppeldeck für nur 99 DM. Und – auch das gehört zu meinen positiven Erfahrungen aus dieser Zeit - er funktioniert bis heute tadellos"! Mit dieser kleinen Episode und mit einem Augenzwinkern schloss Sven Strauß seine Festrede zu einem sehr ernsthaften Thema ab.

Baunatal IMG 7726v.l.: Silke Engler (Bürgermeisterin Stadt Baunatal), Andreas Siebert (Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel), Sven Strauß (Oberbürgermeister Stadt Sangerhausen), Anette Milas (1. Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin), Christian Geselle (Oberbürgermeister Stadt Kassel)  

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Eine besondere Art der musikalischen Umrahmung der Veranstaltung bot das Volkswagen-Soundorchestra - da wurden schon einmal Evergreens auf einer Motorhaube eines VW-Tiguans gespielt.