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Für Sanierung des Bahnhofs in Sangerhausen Weichen gestellt

Im Dezember 2012 erwarb die Städtische Wohnungsbau GmbH Sangerhausen (SWG) von der Stadt Sangerhausen den denkmalgeschützten Bahnhof.

Zwischen der SWG und der Stadt wurde daraufhin ein ÖÖP-Projekt zum Umbau und zur Revitalisierung des Bahnhofsgebäudes einschließlich Außenanlagen initiiert. Da beide Partner grundsätzlich gleichgerichtete Interessen im Bereich des Städtebaus, der Entwicklung der Infrastruktur und der Stadt insgesamt haben, ist diese öffentliche Partnerschaft zwischen Kommune und Wohnungsunternehmen ein hervorragendes Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften. 

Sind nunmehr die ersten Abrissmaßnahmen westlich des Bahnhofsgebäudes Zeichen wachsender Aktivitäten, ging diesen eine rund zweijährige intensive Planungsphase voraus. So wurden Fördermittelanträge gestellt, Mietinteressenten gesucht und eine europaweite Bauträgerausschreibung durchgeführt. Zusammen mit der Stadtverwaltung Sangerhausen, dem Projektsteuerungsbüro VBD aus Berlin und der SWG, ist die Entscheidung gefallen, dem wirtschaftlichsten Bieter den Zuschlag für die barrierefreie Sanierung der Empfangshalle des Bahnhofes, den angrenzenden Gebäuden der ehemaligen Mitropa und Gepäckaufbewahrung sowie der Errichtung einer Vielzahl von Stellplätzen für Pkw- und Fahrradfahrer zu geben. So konnte am 31.03.2015 der Generalübernehmervertrag mit der Firma Bilfinger Hochbau GmbH, Zweigniederlassung Leipzig / Jena, unterzeichnet werden. Die Investitionssumme wird ca. 5,5 Mio. Euro betragen und zum überwiegenden Teil durch Fördermittel der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) und im Rahmen des Städtebaulichen Denkmalschutzes finanziert werden.

Wer das Bahnhofsgebäude kennt, wird nach der Sanierung feststellen, dass der dem damaligen Zeitgeschmack entsprechende DDR-Charme des Gebäudes mit der hohen Empfangshalle nahezu unverändert ist. Denn im Rahmen des Denkmalschutzes bleiben die klaren Linien und hohen Fensterfronten sowie die zeitgenössische Fliesenfassade aus den 60er Jahren erhalten. Sie bilden somit architektonische Akzente, die das ursprüngliche Bild einer aufstrebenden Bergarbeiter- und Industriestadt damaliger Zeit eindrucksvoll darstellen. Ausbesserungen und Rekonstruktionen  werden die Fliesen jedoch in neuem Glanz erstrahlen lassen. Auch im Innenbereich bleiben vorwiegend Fliesenarbeiten erhalten. Allem voran das kunstvolle Mosaikwandbild des Sangerhäuser Künstlers Wilhelm Schmied, welches die imposante Empfangshalle ziert. Es zeigt das Mansfelder Land, „Friedensfahrer“, Genossenschaftsbauern mit einem Traktor und Maiskolben, Ingenieur und Wissenschaftler, Schüler, den Bergbau samt Kumpel, Halde, Hütte und Förderturm sowie Neubaublöcke und Rosen auf einer Länge von ca. 22 m an der Wand über dem Durchgang zum Bahnsteigtunnel.  


In einem letzten Gespräch mit den Mietinteressenten, Architekten und Planern wurde nun die Ausgestaltung der Räumlichkeiten weitgehend verbindlich festgelegt. Nach der Genehmigung durch das Bauordnungsamt kann voraussichtlich noch im 2. Quartal 2015 mit einem weiteren Abriss im Bereich des ehemaligen Wohnheims („weißes Haus“) begonnen werden. Parallel wird zeitnah auch mit genehmigungsfreien Entkernungsarbeiten im Bahnhofsgebäude begonnen. Die Fertigstellung der Revitalisierung ist für Ende 2016 geplant. Dann werden mit der Stadtbibliothek, dem Bürgerbüro, der Touristinformation, einem Betreuungsbüro, einem Buch- und Zeitschriftenverkauf, einem Bäcker und nicht zuletzt einem Gastronomiebetrieb wieder sehr attraktive Angebote an diesem Verkehrsknotenpunkt für Pendler und Touristen zur Verfügung stehen. Ebenfalls wird der Fahrkartenverkauf gesichert sein und auch öffentliche Toiletten können wieder genutzt werden.

Auch der Abellio-Bahnbetrieb wird Räume im neu sanierten Bahnhofsgebäude beziehen. Derzeit entsteht auf dem Bahnhofsgelände durch Abellio Rail Mitteldeutschland eine Betriebswerkstatt für die 35 neuen Bombardier Talent 2-Züge, die bereits ab Dezember 2015 im Saale-Thüringen-Südharz-Netz unterwegs sein werden.