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Iinitiative Erinnern und Gedenken setzt 5 neue Stolpersteine

Der erste Stein wurde im Gedenken an jüdische Menschen, die während der Zeit des Faschismus von den Nazis deportiert und ermordet wurden, am 5. November 2012, in der Göpenstraße 10 für die Jüdin Adele Hampel verlegt. 

 Durch die Initiative "Erinnern und Gedenken" wurden in Sangerhausen bisher 12  Stolpersteine verlegt. Am Freitag, 2. Oktober 2015 kamen 5 weitere dazu. 3262296

Der erste Pflasterstein in der Schulgasse 4 erinnert an Klara Merkelt. Sie lebte in Mischehe mit dem Tischlermeister Paul Merkelt in Hamburg. Das Ehepaar adoptierte eine jüdische Vollwaise, namens Auguste. 1943 wurde die Familie ausgebombt und musste in ein Befehlsquartier. Das Mädchen kam nach Ausschwitz. Paul und Klara Merkelt konnten in das Elternhaus nach Sangerhausen fliehen. Klara Merkelt erhielt 1944 in Abwesenheit ihres Mannes , die Nachricht vom Tod ihrer Adoptivtochter und ihr mitgeteilt wurde, dass sie innerhalb von 24 Stunden Sangerhausen verlassen muss, nahm sie sich daraufhin das Leben.Anschließend ging es zu drei weiteren Standorten in der Stadt Sangerhausen.

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In der Kylischen Straße 31 wurde mit einem Gedenkstein an Alban Heß erinnert. Der Buchhändler aus Sangerhausen war bekennender Nazigegner. 1941 wurde Alban Heß von der Gestapo verhaftet und blieb bis zur Befreiung 1945 in Haft. Mit bewegenden Worten schilderte seine Tochter, Adelheid Johanna Preß, geb. Heß, die Geschichte ihres unbeugsamen Vaters.In der Kylischen Straße 9 wurden die Gedenksteine für Therese und ihren Sohn Erhard Meyerstein gelegt. Therese Meyerstein wurde nach dem Tod ihres Mannes Matthias , der Kaufmann in Sangerhausen war, am 20.September 1942 in das Theresienlager deportiert. 71jährig starb sie bald nach dem Krieg in Sangerhausen. Ihr Sohn überlebte den Holocaus und kehrte nach Sangerhausen zurück. Ein weiterer Stein wurde zu Ehren von Frau Sofie Luise Gorek in der Rudolf-Breitscheid Straße 11 gesetzt. Sie war mit dem Konditormeister Johannes Gorek verheiratet, der am 11. Mai 1942 verstarb. Frau Gorek wurde nach Leipzig deportiert und von dort mit einem Transport am 13. Januar 1944 in das KZ Theresienstadt geschafft.Schüler des Schollgymnasiums und eine Pfadfindergruppe gestalteten an den jeweiligen Orten ein kurzes Programm.Mitinitiator, Peter Gerlinghoff:“ Es wird zukünftig keine weitere Stolpersteinverlegung geben. Es wird eine Dokumentation über die vergangenen Aktivitäten, die noch einen großen Forschungsbedarf haben, geben.“