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Baubeginn Goldener Saal 

 Ehemaliges Neues Schlosses wird zum Ratssaal und zur multifunktionalen Begegnungsstätte der Stadt Sangerhausen

Ein aufgestellter Baukran und ein Bauschild neben dem Eingang in das Neue Rathaus weisen auf den Beginn der Bauarbeiten am Goldenen Saal hin. Der so genannte, seit vielen Jahren leer stehende Südflügel des ehemaligen Neuen Schlosses wird zum Ratssaal und zur multifunktionalen Begegnungsstätte für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Sangerhausen umgebaut.  

Im Obergeschoss des Südflügels entsteht ein moderner Veranstaltungssaal, Goldenes wird es dort nicht geben, golden bleibt nur der Name. Die wenigen, noch sichtbaren historischen Bauteile und Gestaltungselemente werden behutsam gesichert oder als moderne Zitate neu hergestellt.  Im Erdgeschoss des Gebäudes entstehen die Garderoben- und die Toilettenräume. Für den barrierefreien Zugang und die separate Erschließung des Saals wird im Innenhof des technischen Rathauses ein Fahrstuhl angebaut. Der versteckt liegende, ehemalige Gefängnisturm an der Ostseite des Goldenen Saals wird Technik- und Serviceräume aufnehmen.  

Mit dem Baubeginn endet der mehr als zweijährige Planungs- und Genehmigungszeitraum. Am 1. März 2019 begann die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen für die Architekten und Fachplaner. Im Juni 2019 ist das Vergabeverfahren abgeschlossen worden. Im Juli 2019 starteten die Architekten und Fachplaner mit der Arbeit. Im August 2020 konnte der Bauantrag gestellt werden. Seit dem 18.01.2021 liegt die Baugenehmigung vor. 

Da die Baumaßnahme mit erheblichen finanziellen Mitteln der Städtebauförderung finanziert wird, musste das gesamte Projekt zusätzlich durch die Staatshochbauverwaltung, den Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement des Landes Sachsen-Anhalt, baufachlich geprüft werden. Im Mai 2021 lag die positive Stellungnahme des Landesbetriebes vor. Auf dieser Grundlage konnte dann das Landesverwaltungsamt am 23. Juni 2021 den maßgeblichen Bescheid über die Bewilligung der Städtebaufördermittel erteilen. Damit waren die Voraussetzungen für die öffentliche Ausschreibung der Bauleistungen gegeben. 27 Baulose wurden bisher ausgeschrieben. 19 Bauaufträge konnten abgeschlossen werden. Für sechs Baulose liegen Angebote vor, die derzeit geprüft werden. Für zwei Gewerke, die erst zum Ende der Bauzeit benötigt werden, gibt es noch keine Ausschreibung. 

Die bisher beauftragten Firmen kommen aus der Stadt Sangerhausen (2) und dem Landkreis (5), aus Thüringen (5), dem Land Sachsen-Anhalt (5). Der Fahrstuhl sowie die Schlosserarbeiten werden aus dem Land Nordrhein-Westfalen geliefert. Die Aufgaben des Bauherrn hat die Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft mbH (SALEG) in ihrer Funktion als Sanierungsträger der Stadt übernommen. Die Finanzierung erfolgt zu 80% über Förderung von Bund und Land und zu 20% mit kommunalen Eigenmitteln. Mit Stand Oktober 2021 beläuft sich die Investitionssumme auf rund 4,4 Millionen Euro. Die Summe setzt sich zusammen aus Baukosten: 3, 6 Millionen Euro, Planungsleistungen und Prüfgebühren 686 Tausend und für die Ausstattung: 118,6 Tausend Euro. Mitte 2023 können voraussichtlich die ersten Sitzungen bzw. Veranstaltungen in der multifunktionalen Begegnungsstätte stattfinden.