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Jubiläum: 150 Jahre Röhrigschacht Wettelrode

Zu einem besonderen Festakt unter Tage trafen sich am 5. November Vertreter aus der Stadt Sangerhausen und zahlreiche Ehrenamtliche aus den Berg- und Hüttenvereinen des ganzen Landkreises in Wettelrode. Gleich zwei Jubiläen galt es zu Feiern: Den Beginn der Teufarbeiten im Röhrigschacht vor 150 Jahren und 30 Jahre seit der Eröffnung des Schaubergwerkes.

 

Publikum im BergwerkEinen Abriss über die bewegte Geschichte des Bergwerks präsentierte der Leiter des heutigen ErlebnisZentrums Bergbau, Thomas Wäsche:  "150 Jahre sind kein gewöhnliches Jubiläum für eine Schachtanlage, die eigentlich nur für wenige Jahrzehnte ausgelegt war, bis der Abbaufortschritt einen neuen Schacht nötig gemacht hätte. Und anfangs schien es auch so, als stände das Schicksal des Röhrigschachts unter keinem guten Stern. Vom ersten Spatenstich am 1. November 1871 bis zur ersten Schließung vergingen gerade einmal knapp 14 Jahre. Der schlechte Erzgehalt und der Anstieg des globalen Metallhandels führten am 1. Oktober 1885 zur vollständigen Einstellung des Sangerhäuser Bergbaus."

 Doch damit kam die Geschichte des Schachtes noch nicht zu seinem Ende. Zu einem kurzen Wiederaufleben der Fördertätigkeit kam es zwar bereits in den 1920er Jahren. Zur längsten Inbetriebnahme, damals noch als Flucht und Wetterschacht, kam es ab dem Jahr 1942. Sie dauert  bis heute an - nun jedoch als Schaubergwerk für mittlerweile hunderttausende Besucher.

In seinem Grußwort ging der Oberbürgermeister der Stadt Sangerhausen, Sven Strauß, auf die Bedeutung des Bergbaus für die Entwicklung Stadt Sangerhausen ein. In Hinblick auf das historische Erbe der über 800-jährigen Geschichte des Bergbaus führte er aus: "Nicht allen ist die historische Bedeutung des Bergbaus für Stadt und Region bewusst.  Und längst nicht alle können sich ein Bild davon machen, welch anspruchsvoller, körperlich zehrender und auch gefährlicher Arbeit die Bergleute unter Tage ausgesetzt waren. Über beides kann man sich hier in Wettelrode nicht nur informieren, sondern auch unmittelbare Eindrücke und Einblicke in die Geschichte eines ganz besonderen Wirtschaftszweiges gewinnen. Oberbürgermeister hält sein Grußwort

Mit der originalen Schachtförderanlage und dem Museum 'unter Tage' mitsamt der Grubenbahn sowie mit dem Museum über Tage einschließlich der zahlreichen Exponate im Außenbereich, wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten ein Ort geschaffen, der den Bergbau in dieser Intensität wie an wohl kaum einem anderen Ort erfahrbar macht. Als Stadt Sangerhausen sind wir stolz auf ein solch lebendiges Museum, das jährlich zehntausende Besucher anzieht." 

Weitere Redner wie der Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, André Schröder und der  Vertreter des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Dr. Bodo-Carlo Ehling überbrachten nicht nur Glückwünsche sondern warfen einen Blick auf die mögliche Zukunft der Anlage.

Auch mit der Öffentlichkeit wurde das Jubiläum gefeiert. Dank der Unterstützung durch die Unternehmnsgruppe Wend I Pflege und Wohnen konnten allen Besucherinnen und Besuchern am 06. November kostenlose Seilfahrten und Führungen unter Tage geboten werden.

Beleuchteter Förderutrm